Am ersten April war es soweit. Sage und schreibe 29 TTGler machten sich auf den Weg zu den Tischtennis Team Weltmeisterschaften in der Dortmunder Westfalenhalle. Bei frostigen Temperaturen traf sich ein Großteil der Tischtennisfreunde Sonntag morgends bereits gegen 7 Uhr auf dem Niederkasseler Rathausplatz und startete von dort Richtung Ruhrgebiet. Ein Teil der Löwen wählte - wie es sich für Löwen gehört - die entspanntere Variante, schlief etwas länger und kam dann später ausgeschlafen nach.
Die Frühaufsteher hatten jedoch klar den Vorteil, unmittelbar in der Nähe des Haupteingangs zur Westfalenhalle parken zu können. Außerdem war es den Frühaufstehern zu verdanken, dass sich die TTGler einen Bereich sichern konnten, in dem sie alle beieinander inklusive der ausgeschlafenen Spätankommer einen Platz gefunden haben.
Um halb 10 gings mit dem ersten Spiel los. Es ging zwar „nur“ um Platz sieben bei den Damen aber, da die Deutsche Damenmannschaft im Spiel gegen Polen mit von der Partie war, hatte auch schon diese Partie einen gewissen Reiz. Außerdem lief das Spiel über die gesamte Distanz und endete zur Freude aller mit einem 3:2 Sieg und somit dem siebten Platz für die deutsche Mannschaft.
Die Frühaufsteher Löwen waren jetzt schon lange unterwegs und so war es nicht verwunderlich, dass der mitgebrachte Proviant nun reißenden Absatz fand. Ein Highlight waren Monika Schaums Frikadellen aber auch Käse- und Fleischwurstwürfel, Schnitzelstücke, Kuchen, Chips und Vieles mehr war im Angebot. Da war es nicht verwunderlich, dass nur noch einige besonders hungrige Löwen in der Pause nach dem Damenspiel den letzten Hunger mit Bratwurst, Currywurst oder ähnlichem stillen mussten.
Um 13:30 startete das mit Spannung erwartete Endspiel Deutschland gegen China vor 11.000 Zuschauern in einer ausverkauften Westfalenhalle. Die Halle hatte sich im Laufe des Morgens gefüllt und war nun randvoll. Die La Ola Welle ging rund und die Spannung und die hohe Erwartungshaltung der Zuschauer an die deutsche Mannschaft waren regelrecht spürbar. Direkt das erste Spiel war ein Kracher. Timo Boll spielte gegen Zhang Jike, der in der Weltrangliste auf Rang 2 stand. Die Stimmung in der Westfalenhalle nahm weiter zu, als Timo Boll nach einem 0:2 Satzrückstand auf 2:2 ausgleichen konnte. Leider fing sich Boll im Entscheidungssatz einen 0:6 Rückstand ein, den er im Folgenden nicht mehr aufholen konnte. Somit ging das erste Spiel im 5.Satz verloren.
Danach spielte Dimitrij Ovtcharov gegen den Weltranglistenersten Ma Long. Trotz zweimaliger 9:4 Führung konnte Dimitrij das Spiel nicht gewinnen und auch Patrick Baum konnte das Spiel gegen Wang Hao trotz Satzgewinn nicht nach Hause bringen. Wie Timo Boll und auch andere Fachleute später sagten, muss man gegen die Chinesen die wenigen Chancen nutzen die sich einem bieten um als Gewinner vom Tisch zu gehen. Das war leider nicht gelungen. Mit 0:3 war das Ergebnis recht schnell und auch deutlich für die Chinesen ausgefallen.
Die Begeisterung bei den TTGlern war trotz der Niederlage groß. Bei den vorangegangenen Spielen hatte es reihenweise sagenhafte Ballwechsel gegeben, die die tischtenniskundigen TTG Löwen zum Staunen gebracht hatten. Durch enorme Schnelligkeit, Reaktionsvermögen und technisches Fingerspitzengefühl entwickelten sich Ballwechsel, die man auch als gewöhnlicher Tischtennisspieler kaum für möglich hält.
So machten sich die erschöpften Löwen nach dem Spiel und einem langen Tag zufrieden auf die Heimreise. Alle hatten einen tollen Tag erlebt, den sie so schnell nicht mehr vergessen werden. Sie waren beim Endspiel der Tischtennisweltmeisterschaft in Deutschland dabei gewesen, bei der sich die deutsche Herrenmannschaft nach sehr guten Leistungen bis ins Endspiel gespielt hat und da nach Kampf gegen einen übermächtigen Gegner den zweiten Platz belegt hat.
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